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Grußwort von Frau Generalkonsulin MAO Jingqiu auf dem Länder-Special China der IFAT 2016
2016/06/06

 

Sehr geehrter Herr Rummel,

sehr geehrter Herr Prof. Dr. Grambow,

sehr geehrte Frau Dietlmeier,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

 

es ist mir eine große Ehre und Freude, heute an dem Länder-Special China der IFAT 2016 teilzunehmen und hier sprechen zu können. Ich bedanke mich herzlich bei dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und bei der Messe München für die Einladung.

Obwohl ich mein Amt als chinesische Generalkonsulin in München erst vor Kurzem angetreten habe, habe ich bereits viel von der Weltleitmesse für Umwelttechnologien gehört. Auf dieser Messe sind chinesische Aussteller und Fachbesucher ein bedeutender Bestandteil. Vor zwei Jahren hat auch mein Vorgänger hier auf der Bühne gesprochen. Warum sind wir so aktiv involviert? Der Grund ist eindeutig: Das Thema Umweltschutz wird jetzt in China ganz groß geschrieben. Wie wichtig es ist, möchte ich Ihnen anhand von folgenden Aspekten erläutern.

Erstens: das Thema Umwelt ist ein entscheidender Faktor, der zur  Lebensqualität der Menschen in China beiträgt. Dazu möchte ich ein kleines Beispiel anführen. Vor einigen Tagen haben viele Nutzer der chinesischen sozialen Netzwerke Wechat und Weibo  Fotos des gleichen Motivs geteilt, nämlich eines Regenbogens am Pekinger Himmel. Ja, an jenem Tag spannte sich nach Stunden des Regens ein gewaltiger Regenbogen über Peking, eigentlich keine ungewöhnliche Naturerscheinung, aber inzwischen eine Sensation, weil es in Peking wegen der Luftverschmutzung seit Jahren fast keine Regenbögen mehr gegeben hatte. Deswegen waren alle sehr überrascht und  begeistert. Unter diesen Fotos las ich Kommentare wie: "Die Hauptstadt kann eigentlich auch so malerisch sein" und "Wenn ich zwischen einer Wohnung an der dritten Ringstrasse und 365 Tagen blauen Himmels wählen kann, würde ich das Letztere wählen." Ob das ernst gemeint ist, weiss ich nicht. Aber diese Worte verdeutlichen ein erhöhtes Bewusstsein für Umweltschutz und die große Bedeutung der Balance zwischen Ökonomie und Ökologie.

Zweitens: grüne Wirtschaft ist eine Strategie auf Staatsebene. In den vergangenen Jahrzehnten sind in China riesige Erfolge erzielt worden, was tatsächlich nicht einfach war. Gleich­zei­tig sieht sich China mit vielen Problemen und Heraus­for­de­rungen konfrontiert, wie zum Bei­spiel der strukturellen Um­gestaltung und der Umwelt­ver­schmutzung. Im März wurde auf dem Nationalen Volkskongress und der Konsultativ­kon­ferenz in aller Form das 13. Fünf-Jahres-Programm verabschiedet: die gewaltige Blau­pause zur Entwicklung Chinas in den nächsten fünf Jah­ren. Dieses Programm verspricht vor allem Antwort auf zwei Fra­gen. Erstens: was sind Chinas Entwicklungsziele? Bis zum Jahre 2020 sollen sich das Bruttoinlandsprodukt und das Pro-Kopf-Ein­kommen im Vergleich zum Jahre 2010 ver­doppeln. Zweitens: wie wird China diese Ziele verwirklichen? Hierfür werden im 13. Fünf-Jahres-Programm die fünf großen Ent­wick­lungskonzepte Innovation, Ausgewogenheit, Ökologie, Öff­­nung und gemein­sa­me Nutzung etabliert.

Unter diesen ist das Entwicklungskonzept Ökologie von großem Belang. Umweltschutz ist nicht mehr nur Sanierung nach Verschmutzung, sondern betrifft die gesamte Produktion. Einerseits wird dadurch die strukturelle Um­gestaltung und das Upgrading der Industrie aktiv und aus eigenem Antrieb gefördert, andererseits kann der Umweltsektor ein neuer Motor für das Wirtschaftswachstum werden. Die chinesische Nachfrage nach grünen Technologien wird in den nächsten Jahren immer größer und der Umweltmarkt befindet sich weiter im Aufwind.

Drittens: die Kooperation im Umweltbereich bildet eine neue Säule für die Beziehungen zwischen China und Deutschland und erbringt Vorteile für beide Seiten. Als der wirtschaftlich stärkste Staat Europas und gleichzeitig Vorreiter im Umweltschutz hat  es Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten geschafft, Wirtschaftswachstum und die Entwicklung des Umweltschutzes zu vereinbaren. Es bietet sich an, hier die Zu­sammenarbeit weiter zu verstärken. Gute Beispiele hierfür sind die Zusammenarbeit der deutschen Kreditanstalt für Wieder­auf­bau mit den chinesischen Partnern bei der Bekämpfung des Smogs in Peking und Shanghai sowie der Kauf des deutschen Entsor­gungs- und Energieunternehmens EEW durch die Beijing Enter­prise.

Der Freistaat Bayern und viele seiner Unternehmen stehen bereit, ihre Erfahrungen zu teilen und China bei dem bereits angelaufenen Transformationsprozess zu unterstützen. Allerdings sind die deutschen Technologien und Erfahrungen nicht eins zu eins auf China übertragbar. Sie müssen an chinesische Spezifika angepasst werden. Chinesische Umweltunternehmen und Institutionen, die sich mittlerweile stark weiterentwickelt haben und mit Chinas Umweltproblemen und Bedürfnissen vertraut sind, sind gute Partner. Unsere Zusammenarbeit kann in unseren beiden Ländern dadurch noch vertieft werden, dass wir die Erfahrungen und die Vorteile der Fachunternehmen verstärkt kombinieren, um preiswerte Produkte und Lösungen zur Verfügung zu stellen, nicht nur für China, sondern auch für Drittmärkte. 

In diesem Sinne bedanke ich mich nochmal bei der Messe München und dem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, dass Sie heute so eine gute Plattform geschaffen haben, damit Fachleute ihre Erfahrungen und Erkenntnisse um das Thema Umweltschutz in China austauschen und neue Perspektiven eröffnet werden. Da ich nicht aus der Fachwelt komme, möchte ich jetzt meine Rede beenden und das Podium den Experten überlassen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 

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